Wenn man die Entwicklung der Drohnen über die letzten Jahre intensiv verfolgt, stellt man fest, welch gewaltigen technischen Sprung die Industrie gemacht hat. Als ich die detaillierten Spezifikationen der DJI Air 3 das erste Mal studierte, war mein technisches Interesse sofort geweckt. Doch erst in der Praxis, draußen bei wechselnden Lichtbedingungen und anspruchsvollen landschaftlichen Motiven, zeigte sich, was für ein mächtiges Werkzeug ich tatsächlich gekauft habe. Die DJI Air 3 hat die Art und Weise, wie ich Landschaften und Reiseeindrücke von oben festhalte verändert. Der Hauptgrund dafür ist das brillante duale Hauptkamerasystem.
Wer bisher mit Drohnen flog, die über eine zusätzliche Telekamera verfügen, kennt das frustrierende Problem nur zu gut: Die Weitwinkel-Hauptkamera liefert oft brillante Bilder mit hohem Dynamikumfang, während die Zoom-Linse aufgrund eines deutlich kleineren Sensors qualitativ stark abfällt. Das führt zu unschönen Farbunterschieden, starkem Bildrauschen und massiven Qualitätsprüngen beim Brennweitenwechsel, die in der Nachbearbeitung nur mit sehr viel Mühe zu korrigieren sind. Ein durchgängiger optischer Look ist so kaum realisierbar.
Bei der DJI Air 3 wurde dieser Flaschenhals beseitigt. Sowohl die Weitwinkelkamera als auch die Telekamera setzen auf exakt denselben 1/1,3-Zoll-CMOS-Sensor. Das bedeutet für mich in der Praxis: Identischer Dynamikumfang, identisches Rauschverhalten und absolut konsistente Farben, völlig egal, welche Linse ich ausgewählt habe. Um die maximale Dynamik und Schärfe aus den RAW-Dateien und Videostreams herauszuholen, reicht der Automatikmodus der Drohne nicht aus. Die Standardeinstellungen sind für schnelle Schnappschüsse gedacht, nicht für professionelle Bildansprüche. Genau hier setzt meine DJI Air 3 Konfiguration an. Es braucht eine gezielte Feinabstimmung der internen Bildprofile, der Belichtungsparameter und der Flugsteuerung. In diesem Beutrag beschriebe ich Schritt für Schritt, wie ich meine Drohne einstelle, um kompromisslose Bildqualität zu erzielen.
Wichtiger Praxis-Hinweis vorab: Die identische Sensorgröße beider Kameras ist der Schlüssel für hochwertige und reibungslose Workflows. Ich kann im selben Flug nahtlos zwischen 24 mm und 70 mm wechseln, ohne dass mein Bildmaterial in der Postproduktion optisch auseinanderbricht. Ich nutze diesen Vorteil konsequent aus und denke nicht mehr in „Hauptkamera“ und „Zusatzkamera“, sondern in zwei völlig gleichwertigen Werkzeugen.
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Die optische Trennung: Wann welche Brennweite dominiert
Um das duale System wirklich effizient zu nutzen, muss man die gestalterischen Eigenheiten beider Objektive genau verstehen und verinnerlichen. Es geht bei der Telekamera nicht einfach nur darum, physisch näher an ein Motiv heranzukommen, weil man aus rechtlichen oder räumlichen Gründen nicht näher heranfliegen darf. Es geht um die bewusste Wahl der optischen Bildwirkung und die gezielte Nutzung der Perspektivenkompression.
24 mm Weitwinkel (f/1.7): Die Linse für die Unendlichkeit
Die Weitwinkelkamera mit einer hervorragenden Lichtstärke von f/1.7 ist meine allererste Wahl für epische Landschaftspanoramen, weitläufige und sich windende Flussläufe oder dramatische Inversionswetterlagen in den Tälern, bei denen der Nebel geheimnisvoll durch die Baumkronen zieht. Durch den weiten Bildwinkel transportiert diese Linse das Gefühl von enormer Weite und Unendlichkeit direkt zum Betrachter. Die große Blendenöffnung von f/1.7 bietet zudem messbare Vorteile in der späten Dämmerung oder bei Aufnahmen in der blauen Stunde, da sie schlichtweg mehr Licht auf den Sensor lässt, was die ISO-Werte niedrig hält und Rauschen minimiert.
Allerdings hat das Weitwinkel auch seine optischen Tücken: Bei nahen Objekten am Bildrand neigt es naturbedingt zu starken Verzerrungen, dem sogenannten Key-Stoning. Bei architektonischen Elementen, geraden Linienführungen oder wenn ich ein Motiv proportional korrekt freistellen möchte, stößt die 24-mm-Brennweite an ihre physikalischen Grenzen. Hier wirkt der Hintergrund oft winzig und unbedeutend, während der Vordergrund unnatürlich groß und dominant erscheint.
70 mm Tele (f/2.8): Das grafische Werkzeug für Details
Die mittlere Telekamera mit ihrer dreifach optischen Vergrößerung und einer konstanten Blende von f/2.8 ist für meine fotografische Arbeitsweise der eigentliche Star dieses Systems. Die 70 mm Brennweite (im Kleinbildäquivalent) komprimiert die Perspektive auf eine für Luftaufnahmen faszinierende Weise. Was bedeutet das genau? Sie rückt weit entfernte Elemente, wie etwa eine markante, schneebedeckte Bergkette im Hintergrund, optisch sehr nah an das Vordergrundmotiv heran. Der räumliche Abstand zwischen dem Vorder- und dem Hintergrund wird optisch stark gestaucht, wodurch eine unglaubliche Dichte im Bild entsteht.
Störende Elemente am Bildrand, die bei 24 mm das Bild unruhig überladen würden, lassen sich durch den engen Bildwinkel völlig problemlos und präzise ausschließen. Zudem eliminiere ich bei der Nutzung des Teleobjektivs die Weitwinkel-Verzerrung. Diese Brennweite zwingt mich dazu, minimalistischer, selektiver und grafischer zu komponieren. Es ist das ideale Werkzeug, um Muster in der Landschaft, isolierte Bäume im dichten Nebel oder feine architektonische Details herauszuarbeiten.
| Eigenschaft |
Weitwinkel-Kamera |
Tele-Kamera |
| Brennweite (KB-Äquivalent) |
24 mm |
70 mm |
| Lichtstärke (Blende) |
f/1.7 (fest) |
f/2.8 (fest) |
| Sensor |
1/1,3-Zoll CMOS |
1/1,3-Zoll CMOS |
| Optische Wirkung |
Weit, betonter Vordergrund |
Komprimiert, grafisch isolierend |
| Low-Light-Fähigkeit |
Sehr gut |
Gut bis befriedigend |
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Die Wahl der richtigen Auflösung: 12 Megapixel vs. 48 Megapixel
Eine entscheidende Frage bei der DJI Air 3 Konfiguration ist die Wahl der Foto-Auflösung. Die Sensoren arbeiten nativ mit einem Quad-Bayer-Muster. Das bedeutet, sie fassen standardmäßig vier kleine Pixel zu einem großen, lichtempfindlichen Pixel zusammen (Pixel-Binning). Das Resultat ist ein extrem sauberes 12-Megapixel-Bild mit hervorragendem Dynamikumfang und sehr geringem Rauschen, selbst bei schwierigen Lichtverhältnissen.
Ich kann in der App aber auch den 48-Megapixel-Modus aktivieren. Hierbei wird der Sensor in seine volle Rasterung gezwungen. Dies liefert bei idealem, sehr hellem Tageslicht tatsächlich mehr Details, etwa wenn ich feine Blattstrukturen in einem Waldgebiet fotografiere. Allerdings hat dieser Modus auch gravierende Nachteile: Die kleinen Pixel fangen viel weniger Licht ein. Bei Dämmerung, in den Schattenbereichen oder sobald ich die ISO-Werte anheben muss, neigen die 48-Megapixel-Dateien zum Rauschen. Dazu dauert das Speichern der gewaltigen RAW-Dateien deutlich länger, was schnelle Bildfolgen blockiert.
Mein Tipp für die Auflösung: Belasse die Kamera für 90 Prozent Deiner Aufnahmen im standardmäßigen 12-Megapixel-Modus. Die Qualität, Schärfe und Dynamik sind hier am besten ausbalanciert. Nutze die 48 Megapixel wirklich nur an strahlenden Sonnentagen und bei Motiven, die absolut keine Bewegung aufweisen, während die Drohne extrem stabil in der Luft steht.
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System-Konfiguration für maximale Bildkontrolle bei Videos
Kommen wir nun zu den konkreten Einstellungen in der DJI Fly App für Bewegtbilder. Wennichu die Drohne das erste Mal einschalte, sind fast alle Parameter auf Automatik gesetzt. Diese Automatiken beschneiden mich massiv in meinen kreativen Möglichkeiten und vor allem im Nachbearbeitungsspielraum an meinem Rechner.
Farbprofile und Dynamik im Videomodus
Weneil mein Ziel hochwertiges, professionelles Videomaterial ist, filme grundsätzlich im D-Log M Profil mit 10-Bit Farbtiefe und dem effizienten H.265 Codec. Eine korrekte DJI Air 3 Konfiguration für Videos steht und fällt mit dieser Einstellung. Dies garantiert mir den maximalen Spielraum von fast 13 Blendenstufen Dynamikumfang. Das normale Farbprofil (Normal) ist zwar direkt aus der Kamera ansehnlich, clippt jedoch in den hellen Bereichen viel zu früh. Der Himmel brennt schnell komplett weiß aus, während dunkle Schattenbereiche einfach tiefschwarz zulaufen, ohne dass noch Textur erkennbar wäre.
D-Log M liefert mir auf dem Tablet oder Smartphone zunächst ein extrem flaches, kontrastarmes und entsättigtes Bild. Von diesem matten Anblick sollte man sich nicht irritieren lassen. Genau diese flache Gammakurve speichert die meisten Bildinformationen. Erst diese enormen Datenmengen erlauben mir später im Videoschnitt (Color Grading) eine präzise Farbkorrektur und die Wiederherstellung von feinsten Details in Wolkenstrukturen und tiefen Schattenbereichen.
Die 180-Grad-Regel und der unverzichtbare Einsatz von ND-Filtern
Dieser Aspekt unterscheidert Amateuraufnahmen von professionellem Filmmaterial. Im Videomodus gilt die sogenannte 180-Grad-Regel für die Verschlusszeit. Der Shutter-Wert muss immer den doppelten Wert der eingestellten Framerate betragen.
- Filme ich mit 24 oder 25 Bildern pro Sekunde (fps), stelle ich den Shutter manuell und fest auf 1/50 Sekunde.
- Filme ich butterweiche Slow-Motion mit 50 oder 60 fps, stelle ich den Shutter auf 1/100 Sekunde.
Warum ist das so elementar wichtig? Nur mit diesem spezifischen physikalischen Verhältnis von Framerate zu Verschlusszeit entsteht eine natürliche, weiche Bewegungsunschärfe (Motion Blur), die unser menschliches Auge aus dem Kino gewohnt ist. Ist die Verschlusszeit zu kurz eingestellt (z. B. 1/1000 Sekunde bei 25 fps), wirkt das Video unnatürlich abgehackt und stotternd, ein sogenannter Stroboskop-Effekt tritt auf.
Da meine Drohne über eine feste, nicht verstellbare Blende verfügt (f/1.7 beziehungsweise f/2.8), werde ich an einem normalen, hellen Sonnentag niemals eine Belichtungszeit von 1/50 Sekunde bei ISO 100 erreichen können. Das gesamte Bild wäre sofort komplett weiß und restlos überbelichtet. Die technische Lösung für dieses Problem sind Neutraldichtefilter (ND-Filter), die wie eine hochwertige Sonnenbrille für das Objektiv wirken. Damit kann ich das einfallende Licht physikalisch reduzieren.
Besorge Dir unbedingt ein hochwertiges ND-Filter-Set, das speziell auf die Optik der DJI Air 3 abgestimmt ist. An wolkigen Tagen reicht oft ein leichter ND8 oder ND16 Filter. Bei strahlendem Sonnenschein, am Meer oder bei Schnee benötigst Du meistens einen starken ND32 oder sogar ND64 Filter, um den Shutter auf 1/50 Sekunde bei ISO 100 zwingen zu können, ohne dass Dir das Bild ausbrennt. Noch ein Tipp von mir: Die DJI Air3 hat unterschiedliche Blenden bei den beiden Kameras. Hochwertige Filter sind darauf abgestimmt, so dass zum Beispiel das Weitwinkel einen ND64 Filter hat, während das Tele mit einem ND32 Filter ausgestattet ist. So kann man zwischen beiden Kameras wechseln, ohne den Filter tauschen zu müssen.
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Belichtungskontrolle für perfekte RAW-Fotos
Während beim Filmen weiche Bewegungen das Ziel sind, will ich in der Fotografie (hier nutze ich immer RAW/DNG-Format) das exakte Gegenteil: Absolut knackscharfe Einzelbilder ohne jegliche Verwacklung.
Manuelle Belichtungs-Fixierung und ISO-Management
Ich deaktiviere die automatische Belichtung (Auto-EV) und stelle den Kamera-Modus auf Manuell (M). Im manuellen Modus habe ich die Kontrolle über ISO und Verschlusszeit (Shutter). Den ISO-Wert halte ich so niedrig wie irgend möglich (idealerweise fest auf ISO 100 eingestellt), um Bildrauschen zu verhindern.
Verschlusszeit in der Fotografie richtig wählen
Die Verschlusszeit bei statischen Landschaftsaufnahmen stelle ich auf mindestens 1/200 Sekunde ein. Auch wenn der mechanische Drei-Achsen-Gimbal wirklich hervorragende Arbeit leistet, führen minimale Vibrationsbewegungen der Propeller, aufkommende thermische Aufwinde oder leichte Windböen zu Mikrowacklern auf Pixelebene. Mit 1/200 Sekunde bin ich in den meisten Situationen auf der sicheren Seite. Wenn ich dynamische Motive wie fahrende Züge oder fließendes Wasser scharf einfrieren möchte, gehe ich auf 1/500 oder 1/1000 Sekunde hoch.
Belichtungsreihen (AEB) für maximalen Dynamikumfang
Auch wenn der Sensor einen starken Dynamikumfang besitzt, gibt es Situationen, in denen er überfordert ist – zum Beispiel bei einem extrem hellen Sonnenaufgang mit einem im tiefen Schatten liegenden Tal. Die Lösung ist die AEB-Funktion (Auto Exposure Bracketing). Hierbei macht die Drohne auf Knopfdruck blitzschnell drei oder fünf RAW-Bilder hintereinander, jeweils mit unterschiedlichen Belichtungen (unterbelichtet, normal, überbelichtet). Diese Belichtungsreihe kann ich später am Rechner zu einem perfekten HDR-Bild mit vollständiger Zeichnung in den Lichtern und Schatten zusammenfügen.
Weißabgleich (White Balance) fixieren
Ich lasse den Weißabgleich (AWB) niemals auf Automatik stehen. Wenn ich über eine saftig grüne Wiese fliege und dann die Kamera sanft in Richtung des blauen Himmels schwenke, verändert die Kamera bei automatischem Weißabgleich die Farbtemperatur mitten in der Aufnahme. Solche plötzlichen Farbverschiebungen sind im Schnitt extrem schwer auszubügeln. Ich stelle den Weißabgleich lieber auf einen festen Kelvin-Wert ein, zum Beispiel 5600K für klares Tageslicht oder 6500K für stark bewölkte Tage. So bleiben die Farben im gesamten Flug konstant.
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Die visuelle Belichtungsmessung: Histogramm und Zebra nutzen
Wer sich bei der Belichtung blind auf das kleine Livebild auf dem Display der Fernsteuerung verlässt, wird spätestens am großen, farbkalibrierten Computermonitor zu Hause enttäuscht. Je nach Sonneneinstrahlung auf das Display und der eingestellten Bildschirmhelligkeit wirkt das Bild dort heller oder dunkler, als die rohen Sensordaten tatsächlich sind. Eine perfekte DJI Air 3 Konfiguration beinhaltet daher zwingend die Nutzung von objektiven Hilfswerkzeugen in den Kamera-Einstellungen der App:
- Das Histogramm: Es zeigt als detaillierte grafische Kurve die exakte Verteilung der Helligkeiten im Bild an. Ich achte darauf, dass die Kurve weder am extrem linken Rand (vollständig schwarze Pixel ohne jegliche Zeichnung) noch am extrem rechten Rand (vollständig weiße, irreparabel ausgebrannte Pixel) hart anschlägt.
- Überbelichtungswarnung (Zebra): Diese Funktion legt ein schraffiertes Muster (wie Zebrastreifen) über exakt jene Bereiche im Live-Bild, die zu 100 Prozent weiß sind und keinerlei Bildinformationen mehr enthalten. Wenn der Himmel extrem „zebrat“, korrigiere ich die Belichtung durch eine kürzere Verschlusszeit.
Da ich beim Fotografieren das RAW-Format nutze, wende ich häufig die Technik „Expose to the Right“ (ETTR) an. Dabei belichte ich das Bild so hell wie möglich, achte aber darauf, dass die hellsten und wichtigsten Lichter gerade noch nicht ausfressen. Das bedeutet, das Histogramm wandert sehr weit nach rechts, berührt die Wand aber nicht. In der Nachbearbeitung kann ich die Belichtung dann verlustfrei absenken und die Schatten absolut sauber anheben, was insgesamt zu einem deutlich rauschärmeren, brillanteren Bild führt.
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Gimbal und Flugverhalten für cineastische Aufnahmen anpassen
Ein sehr oft übersehener, aber elementarer Punkt ist die Anpassung der Flugparameter und der sensiblen Gimbal-Empfindlichkeit. Harte, abrupte Starts, plötzliche Stopps in der Luft und ruckartige Kameraschwenks zerstören jede ruhige, cineastische Wirkung sofort.
Gimbal-Einstellungen im Cine-Modus optimieren
Ich gehe in die erweiterten Gimbal-Einstellungen der DJI Fly App und wähle dort den „C“-Modus (Cine). Ich reduziere hier die Werte für die Nickgeschwindigkeit (Gimbal Pitch Speed) und die Schwenkgeschwindigkeit (Gimbal Yaw Speed) massiv nach unten. Ein sehr guter und bewährter Praxis-Richtwert liegt bei ca. 10 bis 15 Grad pro Sekunde. Gleichzeitig erhöhe ich den Wert für die „Smoothness“ (Glätte) deutlich.
Warum dieser Aufwand? Wenn ich während eines Vorwärtsfluges die Kamera langsam nach unten neige, sorgt eine hohe Smoothness dafür, dass diese Neigungsbewegung sanft anläuft und am Ende weich ausgleitet, anstatt abrupt mechanisch zu stoppen. Das gleiche Prinzip gilt für manuelle Panoramen: Wenn ich die Drohne auf der Stelle von Rasterpunkt zu Rasterpunkt drehe, ermöglicht eine extrem träge Einstellung weiche Übergänge und verhindert effektiv kleine Bildverwacklungen im Moment des Auslösens.
Hinderniserkennung (APAS) kontrollieren und verstehen
Das verbaute APAS-System (Advanced Pilot Assistance Systems) der DJI Air 3 ist hervorragend geeignet, um fatale Abstürze zu vermeiden. Wenn ich jedoch bewusst sehr knapp über dem Boden, nah an Baumkronen vorbei oder durch enge Fels-Passagen fliege, kann die Drohne plötzlich hart abbremsen oder völlig unerwartete, ruckartige Ausweichmanöver fliegen, wenn sie ein Hindernis erkennt. Das ruiniert die Videoaufnahme im Bruchteil einer Sekunde. Für geplante, eng geführte cineastische Flüge stelle ich APAS daher oft bewusst auf „Bypass“ (Umfliegen) mit reduzierter Aggressivität ein. Manchmal deaktiviere ich das System für einen ganz speziellen, komplexen Shot sogar komplett. Das erfordert dann natürlich absolute Konzentration und fliegerisches Können auf Sicht, belohnt aber mit fließenden Kamerafahrten.
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Speichermedien und Datenraten richtig handhaben
Wenn ich in hochauflösendem 4K mit 50 oder 60 fps im 10-Bit D-Log M Format aufzeichne, generiert das System der DJI Air 3 enorme Datenmengen mit Bitraten von bis zu 150 MBit/s. Normale Standard-SD-Karten kapitulieren hier sofort; die Aufnahme bricht völlig unvermittelt ab oder das Video ruckelt stark. Man muss zwingend sicherstellen, dass ausschließlich sehr schnelle Micro-SD-Karten verwendet werden, die mindestens der Spezifikation U3 und der Video-Speed-Class V30 entsprechen. Profi-Karten mit der Kennzeichnung V60 oder V90 bieten mir hier sogar noch wertvolle zusätzliche Reserven für zukünftige Drohnen.
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Wichtige Links und Ressourcen für die Drohnenfotografie
Für eine sichere, effiziente und vor allem rundum legale Umsetzung Deiner ambitionierten Flugprojekte empfehle ich Dir die folgenden offiziellen und bewährten Anlaufstellen:
- Für die detaillierte Überprüfung von lokalen Flugverbotszonen, Naturschutzgebieten und aktuellen Luftraumdaten in Deutschland ist die Plattform Dipul des Luftfahrt-Bundesamtes (LBA) zwingend erforderlich und gesetzlich vorgeschrieben.
- Zur strategischen Wetter- und Tourenplanung, speziell zur frühzeitigen Beurteilung von Nebelgrenzen und optisch reizvollen Inversionslagen in Gebirgstälern, greife ich auf die exzellenten Prognosen des Deutschen Wetterdienstes (DWD) zurück.
- Die aktuellen offiziellen Firmware-Updates, Handbücher und technischen Dokumentationen zur Drohne findest Du direkt im umfassenden Support-Bereich auf der Webseite von DJI.
- Für das fortgeschrittene und professionelle Color Grading des flachen D-Log M Materials empfehle ich Dir die mächtige Software DaVinci Resolve. Sie ist in der Grundversion sogar völlig kostenlos nutzbar und bietet Werkzeuge, die in Hollywood-Produktionen Standard sind.
Mein Tipp für die Nachbearbeitung: Wenn Du Deine RAW-Fotos in Lightroom oder wie ich in Capture One entwickelst, nutze die automatische Objektivkorrektur. DJI bettet das Profil direkt in die DNG-Datei ein. Gerade bei Aufnahmen mit der 24-mm-Linse werden so Vignetten und leichte Verzerrungen an den Rändern sofort korrigiert.
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Abschließende Gedanken für Den nächsten Flug
Das Dual-Kamera-System der DJI Air 3 entfaltet sein volles, brachiales Potenzial wirklich erst dann, wenn man die Kontrolle übernimmt. Schalte die Automatiken konsequent ab, wähle die Brennweite von 24 mm oder 70 mm bewusst nach der gewünschten Bildwirkung und zwinge die Kameras durch den komplett manuellen Modus zu absoluter Belichtungs- und Farbkonsistenz. Der Wechsel von der Automatik zum vollständig manuellen Flug erfordert anfangs sicherlich etwas Übung und ein gutes Grundverständnis für das Zusammenspiel von ISO, Shutter und ND-Filtern. Doch wenn man diese tiefgehende DJI Air 3 Konfiguration einmal verinnerlicht hast und sie in Fleisch und Blut übergegangen ist, wird man mit brillanten RAW-Dateien und kinoreifen Videoclips belohnt. Diese besitzen eine enorme visuelle Kraft und müssen sich auch vor Material aus Drohnen mit noch größeren Sensoren absolut nicht mehr verstecken. Viel Erfolg bei Deinem nächsten Flug!
5 Jan. 2026
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Wenn man die Entwicklung der Drohnen über die letzten Jahre intensiv verfolgt, stellt man fest, welch gewaltigen technischen Sprung die Industrie gemacht hat. Als ich die detaillierten Spezifikationen der DJI Air 3 das erste Mal studierte, war mein technisches Interesse sofort geweckt. Doch erst in der Praxis, draußen bei wechselnden Lichtbedingungen und anspruchsvollen landschaftlichen Motiven, zeigte sich, was für ein mächtiges Werkzeug ich tatsächlich gekauft habe. Die DJI Air 3 hat die Art und Weise, wie ich Landschaften und Reiseeindrücke von oben festhalte verändert. Der Hauptgrund dafür ist das brillante duale Hauptkamerasystem.
Wer bisher mit Drohnen flog, die über eine zusätzliche Telekamera verfügen, kennt das frustrierende Problem nur zu gut: Die Weitwinkel-Hauptkamera liefert oft brillante Bilder mit hohem Dynamikumfang, während die Zoom-Linse aufgrund eines deutlich kleineren Sensors qualitativ stark abfällt. Das führt zu unschönen Farbunterschieden, starkem Bildrauschen und massiven Qualitätsprüngen beim Brennweitenwechsel, die in der Nachbearbeitung nur mit sehr viel Mühe zu korrigieren sind. Ein durchgängiger optischer Look ist so kaum realisierbar.
Bei der DJI Air 3 wurde dieser Flaschenhals beseitigt. Sowohl die Weitwinkelkamera als auch die Telekamera setzen auf exakt denselben 1/1,3-Zoll-CMOS-Sensor. Das bedeutet für mich in der Praxis: Identischer Dynamikumfang, identisches Rauschverhalten und absolut konsistente Farben, völlig egal, welche Linse ich ausgewählt habe. Um die maximale Dynamik und Schärfe aus den RAW-Dateien und Videostreams herauszuholen, reicht der Automatikmodus der Drohne nicht aus. Die Standardeinstellungen sind für schnelle Schnappschüsse gedacht, nicht für professionelle Bildansprüche. Genau hier setzt meine DJI Air 3 Konfiguration an. Es braucht eine gezielte Feinabstimmung der internen Bildprofile, der Belichtungsparameter und der Flugsteuerung. In diesem Beutrag beschriebe ich Schritt für Schritt, wie ich meine Drohne einstelle, um kompromisslose Bildqualität zu erzielen.
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Inhalt
Die optische Trennung: Wann welche Brennweite dominiert
Um das duale System wirklich effizient zu nutzen, muss man die gestalterischen Eigenheiten beider Objektive genau verstehen und verinnerlichen. Es geht bei der Telekamera nicht einfach nur darum, physisch näher an ein Motiv heranzukommen, weil man aus rechtlichen oder räumlichen Gründen nicht näher heranfliegen darf. Es geht um die bewusste Wahl der optischen Bildwirkung und die gezielte Nutzung der Perspektivenkompression.
24 mm Weitwinkel (f/1.7): Die Linse für die Unendlichkeit
Die Weitwinkelkamera mit einer hervorragenden Lichtstärke von f/1.7 ist meine allererste Wahl für epische Landschaftspanoramen, weitläufige und sich windende Flussläufe oder dramatische Inversionswetterlagen in den Tälern, bei denen der Nebel geheimnisvoll durch die Baumkronen zieht. Durch den weiten Bildwinkel transportiert diese Linse das Gefühl von enormer Weite und Unendlichkeit direkt zum Betrachter. Die große Blendenöffnung von f/1.7 bietet zudem messbare Vorteile in der späten Dämmerung oder bei Aufnahmen in der blauen Stunde, da sie schlichtweg mehr Licht auf den Sensor lässt, was die ISO-Werte niedrig hält und Rauschen minimiert.
Allerdings hat das Weitwinkel auch seine optischen Tücken: Bei nahen Objekten am Bildrand neigt es naturbedingt zu starken Verzerrungen, dem sogenannten Key-Stoning. Bei architektonischen Elementen, geraden Linienführungen oder wenn ich ein Motiv proportional korrekt freistellen möchte, stößt die 24-mm-Brennweite an ihre physikalischen Grenzen. Hier wirkt der Hintergrund oft winzig und unbedeutend, während der Vordergrund unnatürlich groß und dominant erscheint.
70 mm Tele (f/2.8): Das grafische Werkzeug für Details
Die mittlere Telekamera mit ihrer dreifach optischen Vergrößerung und einer konstanten Blende von f/2.8 ist für meine fotografische Arbeitsweise der eigentliche Star dieses Systems. Die 70 mm Brennweite (im Kleinbildäquivalent) komprimiert die Perspektive auf eine für Luftaufnahmen faszinierende Weise. Was bedeutet das genau? Sie rückt weit entfernte Elemente, wie etwa eine markante, schneebedeckte Bergkette im Hintergrund, optisch sehr nah an das Vordergrundmotiv heran. Der räumliche Abstand zwischen dem Vorder- und dem Hintergrund wird optisch stark gestaucht, wodurch eine unglaubliche Dichte im Bild entsteht.
Störende Elemente am Bildrand, die bei 24 mm das Bild unruhig überladen würden, lassen sich durch den engen Bildwinkel völlig problemlos und präzise ausschließen. Zudem eliminiere ich bei der Nutzung des Teleobjektivs die Weitwinkel-Verzerrung. Diese Brennweite zwingt mich dazu, minimalistischer, selektiver und grafischer zu komponieren. Es ist das ideale Werkzeug, um Muster in der Landschaft, isolierte Bäume im dichten Nebel oder feine architektonische Details herauszuarbeiten.
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Die Wahl der richtigen Auflösung: 12 Megapixel vs. 48 Megapixel
Eine entscheidende Frage bei der DJI Air 3 Konfiguration ist die Wahl der Foto-Auflösung. Die Sensoren arbeiten nativ mit einem Quad-Bayer-Muster. Das bedeutet, sie fassen standardmäßig vier kleine Pixel zu einem großen, lichtempfindlichen Pixel zusammen (Pixel-Binning). Das Resultat ist ein extrem sauberes 12-Megapixel-Bild mit hervorragendem Dynamikumfang und sehr geringem Rauschen, selbst bei schwierigen Lichtverhältnissen.
Ich kann in der App aber auch den 48-Megapixel-Modus aktivieren. Hierbei wird der Sensor in seine volle Rasterung gezwungen. Dies liefert bei idealem, sehr hellem Tageslicht tatsächlich mehr Details, etwa wenn ich feine Blattstrukturen in einem Waldgebiet fotografiere. Allerdings hat dieser Modus auch gravierende Nachteile: Die kleinen Pixel fangen viel weniger Licht ein. Bei Dämmerung, in den Schattenbereichen oder sobald ich die ISO-Werte anheben muss, neigen die 48-Megapixel-Dateien zum Rauschen. Dazu dauert das Speichern der gewaltigen RAW-Dateien deutlich länger, was schnelle Bildfolgen blockiert.
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System-Konfiguration für maximale Bildkontrolle bei Videos
Kommen wir nun zu den konkreten Einstellungen in der DJI Fly App für Bewegtbilder. Wennichu die Drohne das erste Mal einschalte, sind fast alle Parameter auf Automatik gesetzt. Diese Automatiken beschneiden mich massiv in meinen kreativen Möglichkeiten und vor allem im Nachbearbeitungsspielraum an meinem Rechner.
Farbprofile und Dynamik im Videomodus
Weneil mein Ziel hochwertiges, professionelles Videomaterial ist, filme grundsätzlich im D-Log M Profil mit 10-Bit Farbtiefe und dem effizienten H.265 Codec. Eine korrekte DJI Air 3 Konfiguration für Videos steht und fällt mit dieser Einstellung. Dies garantiert mir den maximalen Spielraum von fast 13 Blendenstufen Dynamikumfang. Das normale Farbprofil (Normal) ist zwar direkt aus der Kamera ansehnlich, clippt jedoch in den hellen Bereichen viel zu früh. Der Himmel brennt schnell komplett weiß aus, während dunkle Schattenbereiche einfach tiefschwarz zulaufen, ohne dass noch Textur erkennbar wäre.
D-Log M liefert mir auf dem Tablet oder Smartphone zunächst ein extrem flaches, kontrastarmes und entsättigtes Bild. Von diesem matten Anblick sollte man sich nicht irritieren lassen. Genau diese flache Gammakurve speichert die meisten Bildinformationen. Erst diese enormen Datenmengen erlauben mir später im Videoschnitt (Color Grading) eine präzise Farbkorrektur und die Wiederherstellung von feinsten Details in Wolkenstrukturen und tiefen Schattenbereichen.
Die 180-Grad-Regel und der unverzichtbare Einsatz von ND-Filtern
Dieser Aspekt unterscheidert Amateuraufnahmen von professionellem Filmmaterial. Im Videomodus gilt die sogenannte 180-Grad-Regel für die Verschlusszeit. Der Shutter-Wert muss immer den doppelten Wert der eingestellten Framerate betragen.
Warum ist das so elementar wichtig? Nur mit diesem spezifischen physikalischen Verhältnis von Framerate zu Verschlusszeit entsteht eine natürliche, weiche Bewegungsunschärfe (Motion Blur), die unser menschliches Auge aus dem Kino gewohnt ist. Ist die Verschlusszeit zu kurz eingestellt (z. B. 1/1000 Sekunde bei 25 fps), wirkt das Video unnatürlich abgehackt und stotternd, ein sogenannter Stroboskop-Effekt tritt auf.
Da meine Drohne über eine feste, nicht verstellbare Blende verfügt (f/1.7 beziehungsweise f/2.8), werde ich an einem normalen, hellen Sonnentag niemals eine Belichtungszeit von 1/50 Sekunde bei ISO 100 erreichen können. Das gesamte Bild wäre sofort komplett weiß und restlos überbelichtet. Die technische Lösung für dieses Problem sind Neutraldichtefilter (ND-Filter), die wie eine hochwertige Sonnenbrille für das Objektiv wirken. Damit kann ich das einfallende Licht physikalisch reduzieren.
Besorge Dir unbedingt ein hochwertiges ND-Filter-Set, das speziell auf die Optik der DJI Air 3 abgestimmt ist. An wolkigen Tagen reicht oft ein leichter ND8 oder ND16 Filter. Bei strahlendem Sonnenschein, am Meer oder bei Schnee benötigst Du meistens einen starken ND32 oder sogar ND64 Filter, um den Shutter auf 1/50 Sekunde bei ISO 100 zwingen zu können, ohne dass Dir das Bild ausbrennt. Noch ein Tipp von mir: Die DJI Air3 hat unterschiedliche Blenden bei den beiden Kameras. Hochwertige Filter sind darauf abgestimmt, so dass zum Beispiel das Weitwinkel einen ND64 Filter hat, während das Tele mit einem ND32 Filter ausgestattet ist. So kann man zwischen beiden Kameras wechseln, ohne den Filter tauschen zu müssen.
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Belichtungskontrolle für perfekte RAW-Fotos
Während beim Filmen weiche Bewegungen das Ziel sind, will ich in der Fotografie (hier nutze ich immer RAW/DNG-Format) das exakte Gegenteil: Absolut knackscharfe Einzelbilder ohne jegliche Verwacklung.
Manuelle Belichtungs-Fixierung und ISO-Management
Ich deaktiviere die automatische Belichtung (Auto-EV) und stelle den Kamera-Modus auf Manuell (M). Im manuellen Modus habe ich die Kontrolle über ISO und Verschlusszeit (Shutter). Den ISO-Wert halte ich so niedrig wie irgend möglich (idealerweise fest auf ISO 100 eingestellt), um Bildrauschen zu verhindern.
Verschlusszeit in der Fotografie richtig wählen
Die Verschlusszeit bei statischen Landschaftsaufnahmen stelle ich auf mindestens 1/200 Sekunde ein. Auch wenn der mechanische Drei-Achsen-Gimbal wirklich hervorragende Arbeit leistet, führen minimale Vibrationsbewegungen der Propeller, aufkommende thermische Aufwinde oder leichte Windböen zu Mikrowacklern auf Pixelebene. Mit 1/200 Sekunde bin ich in den meisten Situationen auf der sicheren Seite. Wenn ich dynamische Motive wie fahrende Züge oder fließendes Wasser scharf einfrieren möchte, gehe ich auf 1/500 oder 1/1000 Sekunde hoch.
Belichtungsreihen (AEB) für maximalen Dynamikumfang
Auch wenn der Sensor einen starken Dynamikumfang besitzt, gibt es Situationen, in denen er überfordert ist – zum Beispiel bei einem extrem hellen Sonnenaufgang mit einem im tiefen Schatten liegenden Tal. Die Lösung ist die AEB-Funktion (Auto Exposure Bracketing). Hierbei macht die Drohne auf Knopfdruck blitzschnell drei oder fünf RAW-Bilder hintereinander, jeweils mit unterschiedlichen Belichtungen (unterbelichtet, normal, überbelichtet). Diese Belichtungsreihe kann ich später am Rechner zu einem perfekten HDR-Bild mit vollständiger Zeichnung in den Lichtern und Schatten zusammenfügen.
Weißabgleich (White Balance) fixieren
Ich lasse den Weißabgleich (AWB) niemals auf Automatik stehen. Wenn ich über eine saftig grüne Wiese fliege und dann die Kamera sanft in Richtung des blauen Himmels schwenke, verändert die Kamera bei automatischem Weißabgleich die Farbtemperatur mitten in der Aufnahme. Solche plötzlichen Farbverschiebungen sind im Schnitt extrem schwer auszubügeln. Ich stelle den Weißabgleich lieber auf einen festen Kelvin-Wert ein, zum Beispiel 5600K für klares Tageslicht oder 6500K für stark bewölkte Tage. So bleiben die Farben im gesamten Flug konstant.
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Die visuelle Belichtungsmessung: Histogramm und Zebra nutzen
Wer sich bei der Belichtung blind auf das kleine Livebild auf dem Display der Fernsteuerung verlässt, wird spätestens am großen, farbkalibrierten Computermonitor zu Hause enttäuscht. Je nach Sonneneinstrahlung auf das Display und der eingestellten Bildschirmhelligkeit wirkt das Bild dort heller oder dunkler, als die rohen Sensordaten tatsächlich sind. Eine perfekte DJI Air 3 Konfiguration beinhaltet daher zwingend die Nutzung von objektiven Hilfswerkzeugen in den Kamera-Einstellungen der App:
Da ich beim Fotografieren das RAW-Format nutze, wende ich häufig die Technik „Expose to the Right“ (ETTR) an. Dabei belichte ich das Bild so hell wie möglich, achte aber darauf, dass die hellsten und wichtigsten Lichter gerade noch nicht ausfressen. Das bedeutet, das Histogramm wandert sehr weit nach rechts, berührt die Wand aber nicht. In der Nachbearbeitung kann ich die Belichtung dann verlustfrei absenken und die Schatten absolut sauber anheben, was insgesamt zu einem deutlich rauschärmeren, brillanteren Bild führt.
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Gimbal und Flugverhalten für cineastische Aufnahmen anpassen
Ein sehr oft übersehener, aber elementarer Punkt ist die Anpassung der Flugparameter und der sensiblen Gimbal-Empfindlichkeit. Harte, abrupte Starts, plötzliche Stopps in der Luft und ruckartige Kameraschwenks zerstören jede ruhige, cineastische Wirkung sofort.
Gimbal-Einstellungen im Cine-Modus optimieren
Ich gehe in die erweiterten Gimbal-Einstellungen der DJI Fly App und wähle dort den „C“-Modus (Cine). Ich reduziere hier die Werte für die Nickgeschwindigkeit (Gimbal Pitch Speed) und die Schwenkgeschwindigkeit (Gimbal Yaw Speed) massiv nach unten. Ein sehr guter und bewährter Praxis-Richtwert liegt bei ca. 10 bis 15 Grad pro Sekunde. Gleichzeitig erhöhe ich den Wert für die „Smoothness“ (Glätte) deutlich.
Warum dieser Aufwand? Wenn ich während eines Vorwärtsfluges die Kamera langsam nach unten neige, sorgt eine hohe Smoothness dafür, dass diese Neigungsbewegung sanft anläuft und am Ende weich ausgleitet, anstatt abrupt mechanisch zu stoppen. Das gleiche Prinzip gilt für manuelle Panoramen: Wenn ich die Drohne auf der Stelle von Rasterpunkt zu Rasterpunkt drehe, ermöglicht eine extrem träge Einstellung weiche Übergänge und verhindert effektiv kleine Bildverwacklungen im Moment des Auslösens.
Hinderniserkennung (APAS) kontrollieren und verstehen
Das verbaute APAS-System (Advanced Pilot Assistance Systems) der DJI Air 3 ist hervorragend geeignet, um fatale Abstürze zu vermeiden. Wenn ich jedoch bewusst sehr knapp über dem Boden, nah an Baumkronen vorbei oder durch enge Fels-Passagen fliege, kann die Drohne plötzlich hart abbremsen oder völlig unerwartete, ruckartige Ausweichmanöver fliegen, wenn sie ein Hindernis erkennt. Das ruiniert die Videoaufnahme im Bruchteil einer Sekunde. Für geplante, eng geführte cineastische Flüge stelle ich APAS daher oft bewusst auf „Bypass“ (Umfliegen) mit reduzierter Aggressivität ein. Manchmal deaktiviere ich das System für einen ganz speziellen, komplexen Shot sogar komplett. Das erfordert dann natürlich absolute Konzentration und fliegerisches Können auf Sicht, belohnt aber mit fließenden Kamerafahrten.
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Speichermedien und Datenraten richtig handhaben
Wenn ich in hochauflösendem 4K mit 50 oder 60 fps im 10-Bit D-Log M Format aufzeichne, generiert das System der DJI Air 3 enorme Datenmengen mit Bitraten von bis zu 150 MBit/s. Normale Standard-SD-Karten kapitulieren hier sofort; die Aufnahme bricht völlig unvermittelt ab oder das Video ruckelt stark. Man muss zwingend sicherstellen, dass ausschließlich sehr schnelle Micro-SD-Karten verwendet werden, die mindestens der Spezifikation U3 und der Video-Speed-Class V30 entsprechen. Profi-Karten mit der Kennzeichnung V60 oder V90 bieten mir hier sogar noch wertvolle zusätzliche Reserven für zukünftige Drohnen.
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Wichtige Links und Ressourcen für die Drohnenfotografie
Für eine sichere, effiziente und vor allem rundum legale Umsetzung Deiner ambitionierten Flugprojekte empfehle ich Dir die folgenden offiziellen und bewährten Anlaufstellen:
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Abschließende Gedanken für Den nächsten Flug
Das Dual-Kamera-System der DJI Air 3 entfaltet sein volles, brachiales Potenzial wirklich erst dann, wenn man die Kontrolle übernimmt. Schalte die Automatiken konsequent ab, wähle die Brennweite von 24 mm oder 70 mm bewusst nach der gewünschten Bildwirkung und zwinge die Kameras durch den komplett manuellen Modus zu absoluter Belichtungs- und Farbkonsistenz. Der Wechsel von der Automatik zum vollständig manuellen Flug erfordert anfangs sicherlich etwas Übung und ein gutes Grundverständnis für das Zusammenspiel von ISO, Shutter und ND-Filtern. Doch wenn man diese tiefgehende DJI Air 3 Konfiguration einmal verinnerlicht hast und sie in Fleisch und Blut übergegangen ist, wird man mit brillanten RAW-Dateien und kinoreifen Videoclips belohnt. Diese besitzen eine enorme visuelle Kraft und müssen sich auch vor Material aus Drohnen mit noch größeren Sensoren absolut nicht mehr verstecken. Viel Erfolg bei Deinem nächsten Flug!